Ich bekenne mich rückhaltlos und hemmungslos zum Artenschutz. Nicht nur aus moralischen, sondern auch aus ästhetischen Gründen. Der tropische Regenwald mit seinem bunten Strauss verschiedenster Lebewesen erwärmt mein Herz. Er ruft uns mit der ganzen Kraft seiner Lunge zu: „Es ist okay, anders zu sein. Für jedes lebenshungrige Wesen gibt es auf diesem Planeten einen Platz, an dem es glücklich herumtollen kann.“ Aber was tun, wenn der Lebenshunger nachlässt? Sollten Arten, die sich gegen das Überleben wehren, dazu gezwungen werden? Säuselt der Bambushain nicht ab und zu auch: „Aussterben ist zwar langweilig, aber okay?“
Pandabären stopfen täglich so viele blausäurehaltige Bambusschößlinge in sich hinein, daß sie eigentlich schon alle tot sein müssten. Wie zum Hohn hat das Leben dem Panda eine gewisse Blausäure-Resistenz zum Geschenk gemacht. Verständlicherweise stehen Paarung und nächtelanges Durchfeiern bei den WWF-Chartstürmern nicht besonders hoch im Kurs, da einem am Rande der Blausäurevergiftung einfach nicht danach ist, einen Pizzateig oder einen Pandabärenpo zu kneten. Dabei hilft es den Suizidkandidaten wenig, daß sie die am besten geschützten Tiere der Welt sind. Es gibt ein Vielfaches mehr Pandaschützer als Pandabären und ein Satellitensystem, welches jede Bewegung oder vielmehr Nicht-Bewegung der Chinapetze überwacht.
Da die Pandabären selbst in freier Wildbahn keine Lust haben, sich fortzupflanzen, haben chinesische Wissenschaftler empfohlen, ihnen Filme zur Stimulation zu zeigen. Etwas fantsielos regten sie an, die Sexmuffel durch das schnöde Zurschaustellen anderer Pandaakte zur Paarung anzuregen. Ein bißchen mehr Kreativität würde den Totgeweihten ihren Lebenshunger bestimmt zurückgeben. Vielleicht kommt das Pandabärenmännchen vorbei, um den Bambus zurechtzukauen, dabei bemerkt es, wie sich die Dame des Bambushauses gerade ausgiebig putzt und leckt. Der Bambusgärtner bringt die Situation durch ein zwanglos gedachtes Gespräch zum Brodeln: „Ihre Bambusrohre wachsen ja schneller, als ich sie abknabbern kann.“ Die Pandabärin räkelt sich lasziv im Bambusblätterbett und brummt frivol: „Das am schnellsten wachsende Rohr hier im Busch haben ja immer noch sie.“ Daraufhin wird zum Vorspiel etwas Fellpflege gemacht, und dann, aber erst dann, kommt der Pandaporno zum eigentlichen Geschlechtsakt, in dessen Verlauf die Pandabärin „Gib Gas, Weiter so!“ brummt, und das Pandabärenmännchen ekstatisch „Kickers Offenbach!“ stöhnt. Letzterer Aufschrei beinhaltet jedoch keine sublime Botschaft, sondern ist allein der Tatsache zu verdanken, daß ich auf einer Internetseite für Tatoos mit chinesischen Schriftzeichen die Üsersetzung für „Kickers Offenbach“ gefunden habe.
Womit wir uns zum eigentlichen Kern dieser Geschichte durchgeknabbert hätten. An alle transdimensionale Wesen da draussen: Vielleicht erbarmt Ihr Euch auch dieser putzigen Geschöpfe, die mit allen Mitteln seit Jahrhunderten versuchen kollektiven Selbstmord zu begehen. Sie wollen zwar nicht überleben, hauen sich gegenseitig die Köpfe ein, brennen alles nieder, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, und verhalten sich evolutionsmäßig ziemlich bis sehr unangemessen. Vielleicht könnte jemand da draussen mal einen Film drehen, der die Menschen davon abhält, sich „Kickers Offenbach“ mit chinesischen Schriftzeichen auf den Oberarm zu tätowieren, oder Fotocollagen Fotokoalagen zu machen, in denen kopulierende Klempner-Pandabären vor psychedelischen Hintergrundmustern „Kickers Offenbach“ brummen.
Bestimmt kommt aber alles so, wie es kommen muss. Dann treffen sich in ein paar Jahren zwei Planeten zu einer Aussprache, da der eine den anderen beim letzten Atmosphärengefummel mit einem häßlichen Präsent sitzen gelassen hat: „Sach mal, was hast Du mir denn da beim letzten Atmosphärengefummel für’n häßliches Präsent hinterlassen?“ – „Tut mir echt leid. Hab nicht aufgepasst. Das sind die Menschen.“ – „Klingt ja widerlich.“ – „Sind größtenteils harmlos. Mit Baumausfall und Artenmangel mit anschließender Klimaerwärmung musst Du allerdings rechnen.“ – „Dir gehts aber wieder gut?“ – „Bin wieder topfit. Die häßliche Kleinigkeit hat sich nach ein paar Millionen Jahren von selbst erledigt.“ Na dann – Gute Besserung.
Schlagworte: Artenschutz, Biodiversität, Darwin, Fiat Luchs, Intelligent Design, Kickers Offenbach, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Pandagraphie, Regenwald

10. August, 2007 um 3:26
Ist das nicht etwas misanthropisch? Fehlt hier nicht ein wenig eine Analyse dessen, wie es dazu kommt, dass MENSCHEN GAR SO SCHLECHT SIND. Ich bin Mensch und ich bin nicht schlecht. Ein wichtiger anarchistischer Philosoph hat in Bezug auf die Energiekrise mal gesagt, dass es ihn stört, dass immer von DER Energiekrise gesprochen würde. SEINE Energiekrise sei es doch verdammt noch mal nicht. Die Ressourcen der Welt sollen nicht aushalten, dass die LED am der Steckdosenleiste ruhig mal die ganze Nacht brennt. Das kann es nicht sein. Es ist nicht unsere Energiekrise, es ich ihre Energiekrise. Fragen wir doch mal, wer denn mit un-se-ren Ressourcen so umgeht. Welcher Mensch oder welche Menschen? Und vor allem wozu. Ist das Hybridauto ein Fortschritt oder nicht ein entsetzlicher Rückschritt. Oder der Anbau von Pflanzen zu Herstellung von Treibstoff. Dämlicher kann man doch mit den auf der Erde verfügbaren Mitteln und Quellen – um nicht wieder Ressourcen zu sagen – umgehen. Und grundsätzlich wird das Leben im Urwald für die Tiere weder friedlich noch sonst irgendwas in diesem Sinn sein. Denn es wird dort mindestens so zugehen wie in einer „darwinisierten“ Gesellschaft, in der das oberste Prinzip der Liberalismus (vor allem der wirtschaftliche) ist. Wenn auch im Tierreich git, dass, wenn jeder an sich denkt, für jeden gesorgt ist, so ist dieses liberale Glaubensbekenntnis für den Menschen nichts anderes als ein Armutszeugnis. Interssant ist übrigens der Umstand, dass die Idealisierung oder Romantisierung der Natur zu einem Zeitpunkt entsteht, als der Mensch sich aus dieser zurückgezogen hat. (Aber vielleicht sollte ich Deinen Text noch einmal lesen….)
Bix.
11. August, 2007 um 2:35
Misanthropisch ist das nicht, bin ja auch kein Anthropozentriker. Wenn man ganz ehrlich ist, ists jedem doch scheißegal, wie lange der Pausenclowen Menschheit noch weiter clownt. Wir sind auch nur eine Episode von diesem ganzen Fressen und Gefressenwerden, und können uns später immerhin mal auf die Fahnen schreiben, einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Vielleicht findet man von uns statt Skeletten hauptsächlich Fabriken, und kommende Spezies fragen sich, wenn sie dann doch mal ein Skelett finden, wozu diese starken Maschinen diese fehlerhaften Lebewesen eigentlich gebraucht haben. Auf die Energiekrise scheiß ich auch, „ballert das Zeug raus“, würd ich sagen, wenn mir morgens nicht der Russ aus dem Hals fallen würde.
11. August, 2007 um 8:36
Auf die Fahnen schreiben ist dann nicht mehr. Nicht mal mehr das. Und das sollte es schon, oder. Wenigsten im Blog drüber schreiben können. Wenigstens.
Bix.
7. September, 2007 um 3:47
[...] Amazing Adventures Of Dick Woodcock Prominente Bärensorten wie der puschelige Panda verstellen uns zusehends den Blick für die wirklich schützenswerten Dinge des Alltags. Wie sprang [...]
27. Juli, 2008 um 2:42
Hallo
Sie sollten auch mal eine seite einrichten die such Kinder lesen und ferstehen können.